{"id":7634,"date":"2021-02-14T09:36:23","date_gmt":"2021-02-14T08:36:23","guid":{"rendered":"https:\/\/middelweb.de\/wordpress\/?page_id=7634"},"modified":"2024-02-29T18:32:48","modified_gmt":"2024-02-29T17:32:48","slug":"rom-venedig-1997","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/middel-online.de\/?page_id=7634","title":{"rendered":"Rom, Venedig 1997"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"710\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/middelweb.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Rom-97-2-710x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7635\" srcset=\"https:\/\/middel-online.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Rom-97-2-710x1024.jpg 710w, https:\/\/middel-online.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Rom-97-2-208x300.jpg 208w, https:\/\/middel-online.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Rom-97-2.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"939\" src=\"https:\/\/middelweb.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Rom-97_0006.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7636\" srcset=\"https:\/\/middel-online.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Rom-97_0006.jpg 768w, https:\/\/middel-online.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Rom-97_0006-245x300.jpg 245w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Roms neuestes Meisterwerk wurde am 21. Dezember 2002 er\u00f6ffnet. Es ist der gr\u00f6\u00dfte Saal des futuristischen Auditoriums von Renzo Piano. Mit 2 800 Sitzpl\u00e4tzen vervollst\u00e4ndigt er den Komplex, der aus zwei kleineren S\u00e4len und einem Amphitheater besteht. In diesem ,,Parco della Musica&#8220; des ber\u00fchmten Architekten sind die drei S\u00e4le so konstruiert, dass sie eine perfekte Akustik liefern. Blei, Mauerstein und Travertin verschmelzen in einer Harmonie aus Form und Material und machen das Auditorium zu einem der elegantesten und funktionalsten Bauwerke seiner Art.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit befindet sich Rom am Anfang des dritten Jahrtausend: wieder im Mittelpunkt der Architekturszene. Mehr als jede andere Stadt der Welt bewahrte die italienische Hauptstadt, mit ihren drei Millionen Einwohnern die Spuren seines beispiellosen historischen, kulturellen und architektonischen Erbes. Im ersten Teil seiner 2 750 Jahre alten Vergangenheit war es das Zentrum eines der m\u00e4chtigsten Reiche der Geschichte, das sich von England bis Nordafrika und in den Nahen Osten erstreckte. Als seine politische, milit\u00e4rische und geographische Vormachtstellung schwand, agierten die P\u00e4pste als treibende Kr\u00e4fte f\u00fcr die einzigartige k\u00fcnstlerische Dynamik, die in der Stadt herrschte.<\/p>\n\n\n\n<p>Rom wurde 753 v.Chr. auf dem H\u00fcgel Palatin errichtet, nicht weit entfernt von der M\u00fcndung des Tibers, und wandelte sich in wenigen Dekaden zu einem der f\u00fchrenden Zentren des Mittelmeerraums. In den folgenden Jahrhunderten begann das Stadtbild, das sp\u00e4ter das kaiserliche Rom charakterisieren w\u00fcrde, Gestalt anzunehmen. Einige Monumente aus dem Goldenen Zeitalter des R\u00f6mischen Reiches stehen heute noch: Das Kolosseum, das Kaiserforum, das Pantheon, der Circus Maximus, die Caracallathermen, die Gr\u00e4ber an der Via Appia (der ehemaligen Hauptstra\u00dfe des Reiches), Neros Domus Aurea, der Trajansmarkt und das Mausoleum des Augustus. Man kann unm\u00f6glich in wenigen Worten die gesamte Hinterlassenschaft einer Vergangenheit benennen, in der Rom Caput Mundi war, das Haupt der Welt. Aber auch wenn viele eindrucksvolle Monumente die Zeiten \u00fcberdauerten, hat sich in Rom im Lauf der Jahrhunderte vieles ver\u00e4ndert. Dies wird am Beispiel der Engelsburg (Castel Sant&#8217;Angelo) deutlich. Kaiser Hadrian lie\u00df sie im 2. Jh.n.Chr. als Mausoleum errichten. Im 5. und 6. Jh.n.Chr. wandelte man sie jedoch in eine Festung um, mit der man den Angriffen der Visigoten und Ostgoten standhalten wollte. Sp\u00e4ter machten einflussreiche Adelsfamilien, wie die Orsini und die Borgia, die Engelsburg zu ihrer Residenz, ehe sie schlie\u00dflich dem Papststaat einverleibt und in eine Festung zur\u00fcckverwandelt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch andere Orte besitzen eine kaiserliche Vergangenheit. Besonders deutlich sieht man das an der Piazza Navona, einem der sch\u00f6nsten Pl\u00e4tze Roms im Stil des Barock. Ihre umliegenden H\u00e4user stehen auf den Ruinen eines Stadions, das Kaiser Domitian 81 n. Chr. hatte erbauen lassen. Wo fr\u00fcher Pferderennen und Ringk\u00e4mpfe stattfanden, thronen heute majest\u00e4tische Palazzi und drei der zahllosen herrlichen Brunnen Roms, n\u00e4mlich der Neptunbrunnen, der ,,Mohrenbrunnen&#8220; (Fontana del Moro) und der Vierstr\u00f6mebrunnen (Fontana dei Fiumi), ein Werk von Bernini, dessen Travertinstatuen den Nil, den Ganges, den Rio de la Plata und die Donau darstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings verwandelte sich die Stadt erst im 16. und 17. Jahrhundert, unter der Hand f\u00fchrender Renaissance- und Barockk\u00fcnstler, in das Rom, das wir heute kennen. Der Wiedergeburt Roms l\u00e4sst sich sogar ein bestimmtes Datum zuordnen, der 18. April 1506. An diesem Tag legte Papst Julius II. den Grundstein f\u00fcr den neuen Petersdom, der etwas mehr als hundert Jahre sp\u00e4ter zum Zentrum des christlichen Glaubens avancierte. Bramante wurde mit der Aufsicht der Bauarbeiten beauftragt. Seine Nachfolger waren Raffael, Antonio da Sangallo, Michelangelo und zuletzt Carlo Maderno, der die Fassade fertig stellte. Aber auch Gian Lorenzo Bernini hinterlie\u00df seine Spuren am Petersdom: Er schuf den Baldachin \u00fcber dem Altar, das Tabernakel, die Cathedra Petri (der Schrein f\u00fcr den Stuhl des Hl. Petrus) und vor allem den Kolonnadenplatz, auf dem 1586 ein \u00e4gyptischer Obelisk aufgestellt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die exquisitesten Monumente und Bauwerke stammen ebenfalls aus dieser Zeit: Pl\u00e4tze, Adelspal\u00e4ste und Villen, die von riesigen G\u00e4rten umgeben sind. Es ist unm\u00f6glich eine vollst\u00e4ndige Aufz\u00e4hlung aller k\u00fcnstlerischer Aktivit\u00e4ten dieser ungeheuer kreativen \u00c4ra zu liefern, aber unbedingt erw\u00e4hnenswert ist die Piazza del Campidoglio. Sie war der erste Platz, der als Teil eines Planes (wahrscheinlich von Michelangelo) angelegt wurde. Um ihn gr\u00f6\u00dfer wirken zu lassen, gab man ihm einen trapezf\u00f6rmigen Grundriss, der das Auge mit einer ungew\u00f6hnlichen Perspektive t\u00e4uscht. Andere bemerkenswerte Pl\u00e4tze sind die Piazza Colonna, die Piazza del Popolo und die Piazza di Spagna (mit der Kirche Trinit\u00e0 dei Monti und der Spanischen Treppe), die Ende des 16. Jahrhunderts auf Wunsch von Papst Sixtus V., einem begeisterten St\u00e4dteplaner, angelegt wurden. Damals wetteiferten Roms f\u00fchrende Familien in der Arena der Architektur miteinander &#8211; und hinterlie\u00dfen der Stadt den Palazzo Venezia &#8211; das erste Geb\u00e4ude seiner Art, ein Werk von Leon Battista Alberti -, den Palazzo Barberini und den Palazzo Farnese, au\u00dferdem die Villen Borghese, Doria Pamphili, Corsini, Sciarra und Ada.<\/p>\n\n\n\n<p>Das barocke Rom blieb weitgehend unver\u00e4ndert, bis es 1870 zur Hauptstadt des K\u00f6nigreichs Italien ernannt wurde. In den ersten Dekaden der Monarchie errichtete man auf der Piazza Venezia das Vittoriano. Die Bauarbeiten an diesem Monument<br>zu Ehren von Victor Emanuel II. und die Einigung Italiens begannen 1885. Am 4. Juni 1911 wurde es schlie\u00dflich vor einer Menge aus jubelnden Veteranen aus Garibaldis Truppen feierlich eingeweiht. Erst durch Mussolinis modernistisches Utopia &#8211; und mit Beitr\u00e4gen von Architekten wie Marcello Piacentini und Giuseppe Bottai &#8211; erfuhr Rom in den Zwanzigerjahren erneute, tiefgreifende \u00c4nderungen. In den zwanzig Jahren des Faschismus wurden ganze Stadtteile abgerissen, um Platz f\u00fcr ein paar der bedeutendsten Bauwerke Roms des 20. Jahrhunderts zu machen. Es entstanden Viertel wie das Garbatella, aber auch Dienstbezirke wie die Citt\u00e0 Universitaria, das Foro Italico und Cinecitt\u00e0. <\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere mit dem EUR-Viertel, wo die geplante Esposizione Universale Romana stattfinden sollte, wollte das Regime<br>seinen Wunsch ausdr\u00fccken, die imperialistischen Ideen des Landes und den zwanzigsten Jahrestag seiner Machtergreifung<br>zu feiern. Bei diesem Projekt, das anl\u00e4sslich der Weltausstellung in Rom von 1942 eingeweiht werden sollte, handelte es sich<br>um ein Gebiet mit eindrucksvollen Geb\u00e4uden, einer st\u00e4dtischen Infrastruktur, \u00f6ffentlichen Dienstleistungen und Gr\u00fcnfl\u00e4chen,<br>das durch die Hauptstra\u00dfe Via Cristoforo Colombo mit der Innenstadt verbunden sein sollte. Auch wenn das Vorhaben nicht vollst\u00e4ndig durchgef\u00fchrt wurde, z\u00e4hlt das EUR-Viertel noch heute zu einem der interessantesten modernen Gebiete Roms. Nach dem Zweiten Weltkrieg bedrohten Wohnungsbauprojekte in gro\u00dfem Ausma\u00df die architektonische Integrit\u00e4t der Stadt. Anonyme Vorst\u00e4dte schossen aus dem Boden, um dem rasanten Bev\u00f6lkerungswachstum Gen\u00fcge zu leisten. Zum Gl\u00fcck blieb die historische Innenstadt davon verschont. Heute ist sich Rom endlich auch der Notwendigkeit einer Renovierung seiner Vorst\u00e4dte bewusst, was mit Unterst\u00fctzung der Stadtverwaltung und &#8211; wieder einmal &#8211; der Kirche geschieht. F\u00fcr das Jubil\u00e4umsjahr 2000 wurde nach einem Entwurf von Richard Meier die wei\u00dfe Betonkirche Tor Tre Teste erbaut, deren Form drei Segeln \u00e4hnelt. In einer Zeit, in der viele europ\u00e4ische Gro\u00dfst\u00e4dte mit den sensationellsten Projekten aufwarten, ist Rom gerade mal dabei, seinen konservativen Panzer zu sprengen und sich der zeitgen\u00f6ssischen Architektur zu \u00f6ffnen. Es bewegt sich noch \u00e4u\u00dferst vorsichtig, ist sich aber der Tatsache bewusst, dass neue Technologien und Stilrichtungen wertvolle Instrumentezur Erneuerung seiner unsterblichen Sch\u00f6nheit sein k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_0_placeholder\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/photos\/share\/BImNRDgFeprfoyJloWW1afBn4GTr5GaGiDv1VUjxJzC\">Venedig 1997<\/a><\/p>\n\n\n\nngg_shortcode_1_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roms neuestes Meisterwerk wurde am 21. Dezember 2002 er\u00f6ffnet. Es ist der gr\u00f6\u00dfte Saal des futuristischen Auditoriums von Renzo Piano. 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